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Art Das Kunstmagazin: Occupy Museum
interviews

http://www.art-magazin.de/szene/15300-rtkl-die-artivisten-2-occupy-museums

DIe Artivisten #2
Occupy Museums
Für Artivisten gehören Kunst und politisches Engagement zusammen. Und während die Politik in Galerien oft außen vor bleibt, erobert eine neue Generation von diesen Kunstaktivisten derzeit den öffentlichen Raum – unserer Reihe stellt sie vor. Diesmal sprechen wir mit der Künstlergruppe »Occupy Museums« über Arbeitsbedingungen in Museen und die Trennung von Kunst und Politik.
Die New Yorker Gruppe "Occupy Museums" wurde 2011 im Umfeld der Occupy-Bewegung gegründet. Ihre Teilnahme an der 7. Berlin Biennale 2012 führte sie auch nach Deutschland. Heute zählt "Occupy Museums" zu den international aktivsten Politkunst-Gruppen und sorgt mit ihrer engagierten Institutionskritik immer wieder für Aufsehen.

 

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Vor allem Kunstmuseen und ihr kulturpolitisches Agieren stehen im Fokus ihrer performanceartigen Aktionen. So jüngst auf der Venedig-Biennale als Mitglieder der Gruppe für einige Stunden die dortige Peggy Guggenheim-Sammlung besetzten. Raimar Stange hat jetzt für art mit dem "Occupy Museums"-Artivisten Noah Fischer gesprochen.

art: Ist Occupy Museums eher einer Künstler- oder eine Aktivistengruppe?

Noah Fischer: Die Arbeit von Occupy Museums begann mit der Aufhebung der Trennung von künstlerischer und staatsbürgerlicher Praxis. Wir haben damals begriffen, dass die Kunstwelt  - ihre Werke, Orte, Diskussionen, Stile - beherrscht wird von der Logik der Finanzwelt, gleiches gilt übrigens für das Erziehungssystem. Diese Logik zeigt sich vor allem in der Figur des Künstlers als jemand, der mit anderen Künstlern in Konkurrenz steht und möglichst großen Erfolg auf dem Kunstmarkt anstrebt. Und dieser Kunstmarkt wird beherrscht von eben den Menschen, die u.a. auch für die Finanzkrise 2008 verantwortlich sind. Zeitgleich ereignet sich eine Hyper-Professionalisierung des Künstlers, die einher geht mit einer extremen Standardisierung. Das Resultat dieses Prozesses: Langeweile pur.

Also seid ihr eher eine Aktivistengruppe?

Wir haben diesen Prozess hin zur Vermarktung von Kunst, aber auch hin zur Verschuldung von Künstlern und der Abhängigkeit von der Unterstützung finanzkräftiger Leute nie als ein neutrales Phänomen gesehen, sondern als eine desaströse politische Flutwelle. Das Gute an dieser war, dass sie Menschen wieder zusammengebracht hat. Wir zum Beispiel haben uns auf dem New Yorker Occupy-Platz getroffen. Statt diesen als Künstler zu meiden, haben wir die Situation als Chance begriffen uns zu verbünden und innerhalb der Occupy-Bewegung mit vielen anderen eine Form künstlerischer Praxis zu entwickeln. Dazu galt es Plätze in unseren Köpfen, aber auch im öffentlichen Raum, von alt hergebrachten Strukturen zu befreien.

 

 

Zum Beispiel haben wir uns am 20. Oktober 2011 im besetzten Liberty Park in New York getroffen und dort eine große öffentliche Versammlung abgehalten. Anschließend sind wir mit gut 30 Leuten mit der U-Bahn nach Downtown zum Museum of Modern Art (MoMA) gefahren. Dort haben wir dann vor dem Eingang des Museums unsere Versammlung fortgesetzt. Die Direktoren des Hauses kamen prompt zu uns und fragten, was wir wollten. Statt die Frage zu beantworten sagten wir ihnen, dass wir nächste Woche wiederkommen würden, dann aber mit deutlich mehr Menschen der 99%, die sonst nicht im Feld der Kultur nicht aktiv sind. So wollten wir dieses Betriebssystem an seine soziale Dimension erinnern. Im wöchentlichen Rhythmus haben wir dann verschiedenen New Yorker Museen ähnliche Besuche abgestattet.

 

 

Unsere neueren Aktionen finden nicht mehr im Stil der großen Occupy Wall Street-Versammlungen statt, sondern konzentrieren sich auf kreative und machtvolle Signale innerhalb von Institutionen. So habe ich mich mit einigen anderen aus unserer Gruppe der "Gulf Ultra Luxury Faction" angeschlossen, die zu der Imitative "Gulf Labor" gehört. "GULF" konzipiert vor allem Aktionen, die sich mit den Guggenheim Museen beschäftigen. Da geht es darum, Bewusstsein bei den Museumsbesuchern für die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu schaffen, unter denen in den Arabischen Emiraten gerade ein neues Guggenheim-Museum gebaut wird. Wir betonen die Gefahren, die immer dann lauern, wenn Museen sich bei den ökonomischen Logiken des globalen Kapitalismus bedienen. Am 1. Mai dieses Jahres ist es uns dann gelungen, das New Yorker Guggenheim Museum für einen Tag zu schließen, riesige Banner wurden aufgehangen, ein Sit-In veranstaltet und Flugblätter verteilt. Die jüngere Geschichte zeigt uns, dass Kunstinstitutionen sich nicht von selbst verbessern, es bedarf des kollektiven Drucks von außen.

05/25/2016